Kunstradfahren - fernradweh.de - Samstag, 23. September 2017
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Sonntag, 11. Januar 15 um 20:00 Alter: 3 Jahr(e)

Weltmeisterschaft

Von: Corinna Biethan

In diesem Jahr fiel es mir sehr schwer, mich angemessen auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. Der Verlust von Familie geht an die Substanz, macht haltlos, orientierungslos, konzentrationsunfähig und das macht es schwierig bis unmöglich ein vernünftiges Training durchzuziehen. Technisch lief es - meine wirre Gefühlswelt in betracht gezogen - gar nicht so schlecht, dennoch fehlte immer hier oder da was, was das Training insgesamt doch nicht so ganz zufriedenstellend sein ließ. Psychologische Hilfe bekam ich über den Olympiastützpunkt, wofür ich sehr dankbar bin.
Mittwochs ging es also los nach Brünn. Bis auf etwas Stau auf den letzten Kilometern lief es ganz gut. In der Halle angekommen gab es sofort ein unnötig überhastetes Training, bei dem den ersten Startern kaum Zeit zum Aufwärmen gegeben wurde, obwohl wir früh genug da waren, noch nicht so viele Nationen auf die Fläche drängten und eigentlich kein Grund zu übertriebener Eile bestand. Anders als in den vergangenen Jahren, konnte man nur auf die Trainingsfläche, da in der Wettkampfhalle am Abend noch ein Volleyballspiel stattfand. Reinlunsen war aber schonmal drin. Danach ging es ins Hotel und zum gemeinsamen Abendessen der gesamten Delegation. Nett.
Donnerstag morgen wieder Training, danach ein bißchen Stadtbesichtigung und nachmittags erneut Training. Hierzu waren auch Jens, Heike und Nicole angereist :). Irgendwie war die Trainingseinheiten noch nicht so richtig zufriedenstellend, manchmal braucht das wohl seine Zeit. Die Wettkampffläche aber durchaus nach meinem Geschmack mit ein paar nicht weiter tragischen Hubbelchen an den Fügungsstellen der Platten.
Aufgrund Beschwerden - wie man hörte vorrangig aus der Mannschaftsdisziplin - wurde der Boden zwischen Wettkampf- und Trainingsfläche nochmal gewechselt und der etwas ruhigere Boden in die Wettkampfhalle verlegt. So schlimm war es eigentlich nicht gewesen... Freitag ging es mit dem Training ein wenig weiter wie am Vortag, es wollte einfach nicht so ganz rund laufen und hier und da stand ich immer mal wieder auf dem Boden. Irgendwie fühlte ich mich auch die ganzen Tage nicht so recht gut, ohne das wirklich begründen zu können und trotz bester Bemühungen des Umfelds. Abends versuchte ich wegen der Bodenverlegung nochmal auf die Wettkampffläche zu kommen, was zwar funktionierte, allerdings war zu der Zeit das Licht bereits ausgeschaltet, was für einen diesbezüglich empfindlichen Typen wie mich alles andere als schön ist. Aus dem erwünschten guten Abschlusstraining am Vortag wurde also auch nichts.
Samstag morgen erst mal gemütlich gemeinsam frühstücken. In der Mittagspause konnte man nochmal kurz auf die Fläche. Dann nochmal in Petras Zimmer direkt neben der Halle relaxen, von Heike mit Nudeln geweckt werden und war auch schon bald der Vorrundenstart. Dieser war etwas fahrig gerade zu Beginn und hatte mit einem Sturz beim Sprung die ein oder andere Unsicherheit zu verzeichnen. In der zweiten Hälfte nochmal 50 % Abzug beim Standsteiger Übergang kassiert, aber dann doch die abzuschweifen versuchte Konzentration beibehalten und mit 173 Punkten als Vorrundensieger ins Finale eingezogen mit jeweils einer Starterin aus Österreich, der Slowakei und der Schweiz. Nochmal etwas schlafen und relaxen und etwas Abstand von der Halle gewinnen, bevor die unmittelbare Vorbereitung für das Finale beginnt. Diese Kür war deutlich ruhiger als in der Vorrunde. Einzig beim Übergang zum Standsteiger bin ich beim Rausschieben etwas am Lenker abgerutscht. Wieder 50 %. 178 Punkte reichten relativ klar für den fünften WM-Titel. Schade, dass ich dieses Mal aufgrund des Fehlers die 180 nicht gepackt habe. Dennoch bin ich sehr erleichtert, dass es trotz der emotionalen Schwierigkeiten im Vorfeld und auch über die Tage mit dem erneuten Titelgewinn geklappt hat, auch wenn es mir durch die Vorkommnisse im Vorfeld etwas schwer gefallen ist, mich richtig zu freuen.